Frühjahrsausfahrt der Dixi IG im Bayrischen Wald

Donnerstag 2. Juni 2011 „Tag der Anreise“

Einige unerschrocken Dixifahrer und Ihre Beifahrerinnen und Beifahrer brechen aus allen Landesteilen und dem benachbarten Ausland auf, um in die Tiefen des Bayerischen Waldes einzudringen. Die meisten bringen die Dixi´s auf – teilweise – kuriosen Anhängern zum
Treffpunkt ins Waldferiendorf Dürrwies, aber es sind auch wieder mutige Fahrer dabei, die auf eigener Achse das Ziel ansteuern.

Kaum haben wir Deggendorf hinter uns gelassen, beginnt die Suche nach dem Waldferiendorf, aber kein Problem, der Gerhard hat ja eine präzise Wegbeschreibung gesandt. Nach kurzer Irrfahrt finden wir den gesuchten Wegweiser. Die geteerte Straße endet. Was nun? Ein Feldweg, der in einen Waldweg mündet verheißt nichts Gutes! Doch da, ein Parkplatz, ein Dixi und noch ein Dixi, wir haben es geschafft, wir sind im Wald, richtig im Wald, im tiefsten Bayrischen Wald!

Urige, alte, aber sehr nobel eingerichtete Bayerwaldhäuser mit allem Komfort erwarten uns. Zum Abendessen mit kalter Platte treffen wir uns mit großem Hallo und Wiedersehensfreude im Versammlungsraum des Dorfes. Dort übernehmen wir unsere Fahrerunterlagen und lassen den Abend mit netten Gesprächen, Bier und Wein ausklingen.

Freitag 3. Juni 2011 „Die erste Tour“

Wir frühstücken alle gemütlich in unseren „Hexenhäusern“ und treffen uns zur christlichen Zeit um ½ 9 Uhr zur Abfahrt am Parkplatz. Los geht´s, über wunderschöne Landschaften rollen unsere Dixi´s dahin, kurz unterbrochen von kleinen Fotostops. Unsere Begleiter in den
Zivilfahrzeugen, die sind eifrig am Knipsen. Unsere Motoren merken, dass wir uns im Bayrischen Wald befinden, hier gibt es mal kleine aber auch größere Hügel zu überwinden. Wenn das auch Mal unser Führungsfahrzeug bemerken würde!

Kurz vor der ersten Station, bemerkt der Verfasser des Berichts, dass bei seinem Wägelchen etwas klimpert und sieht im Rückspiegel einige Teile davon fliegen. Nach kurzer Suche finde ich meine Reibscheibe und die Federkreuze der linken hinteren Stoßdämpfer wieder.
Lediglich der Zeiger und die Befestigungsmutter sind weg. Der Schaden lässt sich aber dank der Hilfe eines Teilespenders im Kofferraum des Begleitfahrzeug und einer leihweisen Mutter schnell wieder reparieren.

Unser erstes Tagesziel, die „Gläserne Scheune“ in Raubühl, lädt uns zu einer interessanten Führung ein. Wir erfahren viel über die raue Landschaft und die Mythen des Bayrischen Waldes und natürlich auch über den Mühl Hias´l. Auf den großen Glasbildern sehen wir sogar eine Dixi. (Habt Ihr sie auch alle bemerkt?) Die erklärende Stimme hat jedoch geflissentlich unterschlagen, dass nach neuen Erkenntnissen der Mühl Hias‘l nie gelebt hat.

Bedauerlicherweise muss ich hier vermelden, dass das erste Fahrzeug ausgefallen ist. Mit Getriebeschaden blieb eines unserer Schnauferl hier stehen. 🙁

Trotzdem geht‘s rasch weiter in Richtung Arnbruck zum Mittagessen, in den „Dorfwirt“. Die ersten Frauen verschwinden. Wir befinden uns nämlich im Glas Dorf „Weinfurtner“, wo es unendlich viele Dinge zu bewundern – und natürlich auch kaufen – gibt. Nach dem vorzüglichen Mittagessen werden wir mit einem Vortrag durch Herrn Weinfurtner in die Glasgeschichte der Gegend eingeführt. Nach einigen ruhigen Minuten im Park des Glasdorfs und einem Eis, Kaffee und anderem Dolce Vita, setzen wir unsere Fahrt in Richtung „Gasthof Eck“ in Böbrach fort. Wie immer führen uns die Straßen durch die herrliche niederbayrische Landschaft über der die Sonne seit Tagesanbruch strahlt.

Dort angekommen entdecken ein paar die „Gläserne Destille“ und noch einmal erhalten wir einen interessanten Vortrag über die Herstellung von Bär-und Blutwurz. Im Anschluss durften wir etliche Proben dieses grausligen Gesöffs zu uns nehmen. Da aber die Straßen das Äußerste von Fahrern und Beifahrern abverlangt haben, war diese willkommene Kostprobe gar nicht schlecht für den Magen gewesen.

Von der Bärwurz-Brennerei aus, ging es auf ruhigen Nebenstraßen in Richtung Bischofsmais weiter. Dort angekommen wurden wir schon vom Ortsvorstand empfangen, nach einer kurzen Ansprache des Ortschefs, Austausch von Devotionalien und (weiteren) Spirituosen
und einem Gruppenfoto, entließ uns der Bürgermeister zur Besichtigung des Baderhauses.

Nach kurzer Heimfahrt, mit Tankstop, in Richtung Nachtlager, das mit zeitlicher Verzögerung erst um ca. 18.30 Uhr erreicht wurde. Wir wurden, – wir konnten uns erst gar nicht recht frischmachen – schon am alten Backhaus vom Bäckermeister empfangen. In diesem Gemäuer zauberte der Meister mit seinem Gehilfen aus Teig die sogenannten „Sengzelten“ eine köstliche Vorspeise.

Den Abend ließen wir, wie immer bei unseren Treffen, in fröhlicher Runde mit einem wunderbaren Kassler im Brotteig, einem Vortrag vom Bäckermeister und einigen Ehrungen mit Neuaufnahmen, bei viel Bier, Wein, Schnaps, den unsere Gast „Sigi“ dabei hatte, und fröhlichen lustigen Gesprächen ausklingen.

Samstag 4.Juni 2011 „ Die Gewalt-Tour“

Auf geht´s wie jeden Morgen, frisch gestärkt, kampit, gschneits´t und bürstelt (für unsere Nordlichter: gekämmt, Nase geputzt, Weste ausgebürstet) zur zweiten Ausfahrt über Zell nach Kirchberg im Wald. Unser erster Halt führte uns ins „Haus der Bienen“. Durch Herrn
Walter erfuhren wir dort alles Wissenswerte über Bienen und die Imkerei.

Eine kleine Episode von mir am Rande, wir haben uns in Kirchberg kurz abgesetzt und sind zum Einkaufen in den Ort. Nur 10 Minuten waren wir weg, als wir an den Parkplatz der Imkerei zurückkamen, waren die Dixi´s weg. So, was tun, Karte zur Hand, Passanten fragen
wo sind sie hin, „ Do obi “ war die kurze, aber prägnante Antwort eines Ureinwohners. Der bayrischen Sprache mächtig, folgten wir seiner „präzisen“ Wegbeschreibung und nach wenigen Kilometern Verfolgungsfahrt sahen wir die Dixi-Schlange am Horizont, ein wenig Gas gegeben, wieder eingeholt, Problem beseitigt, keiner hat’s g’merkt: Passt scho ;))

Gemeinsam waren wir wieder auf dem Weg direkt ins Herz des ‚Nationalpark Bayrischer Wald‘. An einer Ausweiche warteten wir auf noch versprengte Dixi´s. Langsam kamen alle Fahrzeuge zum Wartepunkt. Nur eines fehlte: Unser Herr Professor kam und kam nicht. Wir befürchteten schon Schlimmes, Totalausfall, Rad verloren, Zündungsproblem etc., aber da viel uns ein, er hatte ja eine charmante Begleiterin an Bord! Wir dachten hier natürlich an noch andere Möglichkeiten der Verspätung, zum Leidwesen des Ehemannes, der schon ganz unruhig wurde. Die, die gemeint waren wissen von was ich rede. Zum Glück ist überhaupt nichts passiert. In der heutigen Zeit, mit Handy, verabredeten wir den nächsten Treffpunkt, nämlich dem Baumwipfelpfad. Dort eingetroffen durften wir uns über eine tolle und aufschlussreiche Führung die „Wipfelstürmer“ bis hinauf in die Baumkronen und darüber hinaus freuen.

Nach ½ 1 Stunden ging die Fahrt weiter zum nächsten Highlite. Da wir aber Zeitlich schon sehr in Verzug geraten waren, wurden kurzerhand ein paar Programmpunkte gestrichen. Gleich fuhren wir weiter auf den Weg Richtung „Scheuereck“. Diese Strecke hatte es in sich. Unser Frontmann hatte wohl auch auf Grund seiner charmanten Beifahrerin vergessen, dass er hinter sich 16 Dixi´s im Schlepptau hatte. Die Bergfahrten brachten unsere Wägelchen ganz schön ins Schwitzen und bei den halsbrecherischen Abfahrten kamen dann auch die Fahrer ins selbige.

Durch die Vorsicht mancher Fahrzeuglenker ihre Fahrzeuge zu schonen und nicht im Graben zu landen, wurde das Fahrerfeld ganz schön auseinander gezogen. Auf dieser Strecke kam es auch bei manchen zu kleineren Reparaturen, die aber zum Glück alle behoben werden
konnten. Die Vorhut von ganzen fünf Fahrzeugen kam mit dem Begleitfahrzeug mit 2 ½ stündiger Verspätung (!) beim Gasthof „Scheuereck“ an. Nach langen Irrfahrten und Umwegen über Wald – und Feldwege kamen anschließend in viertelstündigen Abständen alle
Autos an diesem Treffpunkt an. Nun konnten wir alle einen wunderbaren Pichelsteiner Eintopf genießen.

Nach Strapazen für Maschine und Bedienungspersonal, wurden die restlichen Programmpunkte gestrichen und wir fuhren gemütlich und materialschonend in unser Quartier zurück. Durch die gewonnene Zeit hatten, alle Gelegenheit, sich in ihren Weitlerhäusern zu duschen und sich frisch zu machen. Pünktlich zum Abendessen fanden sich alle wieder im Versammlungshaus ein. Dort konnten wir neben Grillfleisch und Wammer´l mit Brot und Semmeln einen sehr aufschlussreichen Vortrag von Herrn Kraxenberger über die Geschichte der Glas-Werke Dingolfing und die Automobile mit vielen tollen Episoden genießen.

Der Abend, wie sollte es auch anders sein, klang auch dieses Mal wieder mit den üblichen Stimmungsmachern langsam, sehr langsam aus, der Schreiberling war natürlich bis zum Schluss dabei und hat dann das Licht ausgemacht.

Sonntag 5.Juni 2011 „ Abschied und Heimreise“ 

Am Sonntagvormittag lag man sich in den Armen, küsste die Frauen und freut sich auf die nächste Ausfahrt der Dixi Gemeinde, danach verpackten wir die Autos und traten die Heimreise an. 

Schlusswort

Ich darf mich im Namen aller Teilnehmer, bei Gerhard Schwarze für die schöne Ausfahrt bedanken. Ich hoffe, seine Frau nimmt ihn wieder mit offenen Armen auf, nachdem er nächtelang über den Strecken und Zielen gebrütet und umso weniger Zeit für sie hatte.

Danke auch an Familie Schlosser für die Vorbereitung und ebenso mein Dank an alle Beteiligten und Helfer. Eine kleine Anmerkung vom Verfasser und ich spreche hier aus eigener Erfahrung: Leider ist es nicht immer möglich, alle Geschmäcker unter einen Hut zu bringen. Mal ist die Suppe zu heiß, mal der Eintritt zu teuer, mancher Berg zu steil oder die Route nicht ganz optimal ausgeschildert, einer fährt zu schnell, der andere zu langsam. Wir alle, die schon eine Ausfahrt organisiert haben, wissen, dass es nicht einfach ist, so etwas zu planen. Ich hab‘ vor jedem Respekt der sich dieser Aufgabe stellt. Jeder der Veranstalter gibt sein Bestes und möchte es allen recht und schön machen. Sind wir froh, dass stets einer aus unserer Dixi-IG bereit ist, sich dieser Aufgabe zu stellen und uns für ein paar schöne Tage seine Heimat näher bringt.

Euer Michael Bayer

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